“Gesetzliche Frauenquote ist vom Tisch”, titelte der Tagesspiegel. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder setzt auf Vernunft und Freiheit bzw. Freiwilligkeit bei den deutschen Aktiengesellschaften, die in Selbstverpflichtungen geloben, ihren minimalen Anteil an Frauen in Vorstands- und vor allem weiteren Managementpositionen zu erhöhen. Man könnte bereits die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme diskutieren, da sie stark von den Gründen abhängt, warum Frauen in solchen Positionen unterrepräsentiert sind. Willkürliche Diskriminierung nach dem Geschlecht könnte ein starker Grund für eine Frauenquote, aber auch deren Folge sein. Wenn Frauen bei vergleichbarer Leistung nur wegen ihres Geschlechts abgelehnt oder umgekehrt genommen werden, handelt es sich jeweils um Geschlechterdiskriminierung.
Leider wird die politische Disussion nur noch in eine Richtung geführt und wird die vergleichsweise moderate Position der Familienministerin aus allen Parteien insbesondere von Frauen angegriffen, die eine gesetzliche Quote fordern, meist ohne irgendein vernünftiges Argument, sondern dem reinen Verweis auf den geringen Anteil von Frauen in Spitzenpositionen, ohne deren Gründe zu untersuchen. Dass Frauen auch in Gefängnissen, Nervenheilanstalten und besonders gesundheitsgefährdenden Berufen stark unterrepräsentiert sind, wird übersehen, von der längeren Lebenserwartung von Frauen ganz zu schweigen. Dabei dürfte es hier durchaus Zusammenhänge geben, z. B. ein stärkeres Risikoverhalten von Männern, wobei die Risiken sich dann positiv oder negativ realisieren können, oder allgemeiner eine größere Varianz des Verhaltens mit extremen Ausprägungen. Vielleicht sind die meisten Frauen auch einfach zu klug, um für einen Vorstandsposten ein Leben lang Tag und Nacht zu arbeiten, sondern wenden die Zeit und Kraft z. B. lieber für Kinder auf. Schon dass viele Frauen zwischen Kind und Karriere wählen können, ist im Grunde eine Diskriminierung von Männern, die diese Wahlmöglichkeit viel seltener haben.
Doch das ficht die vielen Quotenfrauen in der Politik mit professionellen Kinderfrauen (!) natürlich nicht an. Sie wollen flächendeckende Quoten und damit mehr Posten für eine kleine Minderheit privilegierter Frauen bzw. sich selbst. Dabei gibt schon heute jedes vernünftige Unternehmen bei gleicher Qualifikation und Leistung Frauen den Vorzug vor Männern, nicht nur wegen der weiterhin drohenden gesetzlichen Quote, sei es durch die nächste Bundesregierung oder auch die EU. Es gibt aber auch Ausweichreaktionen wie zusätzliche Vorstandsposten ohne echte Bedeutung, die von den Quotenfans übersehen werden. Doch mehr Einsicht verspricht hier leider kein Einlenken, sondern nur noch mehr diskriminierende Regulierung.
Moin,
die Quote ist dämlich. Galt mir früher (bisher) als Selbstverständlichkeit, dass eine Frau in „höherem“ Amt (oder sonstwo) eine geeignete Befähigung zu diesem Posten hat, werde ich in Zukunft zur Mutmaßung genötigt, dass diese Person vorrangig eine Quotenfrau ist. Damit werde ich gewiss auch jenen Mädels nicht gerecht, die berechtigt einen gesunden Stolz auf ihre Leistung und ihr Können entwickeln. Tut mir leid, Mädel Merkel & Co., aber „Ihr“ wollts nicht anders.
Ciao
In Politik und öffentlichem Dienst gibt es z. T. bereits Quoten oder zumindest eine Bevorzugung von Frauen. Nun will man das auf die Privatwirtschaft ausdehnen. Wie wäre es mit einer Quote für Gründerinnen und Unternehmerinnen? Eine Quote für Bloggerinnen fände ich auch sehr lustig. Allerdings ist es ein Fehlschluss, dass deshalb alle Karrieren von Frauen allein auf der Quote basieren würden. Leistung und Können sollten unabhängig vom Geschlecht beurteilt werden.
Ich muss an einer Stelle widersprechen: Es ist ganz sicher nicht so, dass Männern von vorn herein das Privileg der Kindererziehung abgesprochen, und Frauen zugesprochen wird. Das ist eine sehr gefährliche Verharmlung der Diskriminierung von Frauen, bei der der Bock zum Gärtner gemacht wird.
Frauen werden, anderes als Männer, schon im Kindesalter damit konfrontiert, dass Ihnen die reelle Möglichkeit gegeben wird, Kinder zu bekommen. Jungs werden kaum auf eine spätere Vaterrolle hin erzogen. Die Diskriminierung beginnt in der Annahme, dass es eine gottgegebene Aufgabe der Frau wäre, Hausfrau zu spielen, und Männer das Brot heranschaffen müssten. Dadurch kommt es für beide zu einer Begrenzung der Möglichkeiten, aber wir dürfen auch nicht vergessen, dass durch die Belegung des öffentlichen Raum durch den Mann, diesem auch eine höhere Repräsentationsmöglichkeit gegeben wird. Die Frau bleibt dabei unsichtbar. Deshalb ist es wichtig, dass mehr Frauen in hohe Positionen kommen.
Der Haushalt, die Erziehung der Kinder und alles andere, was anfällt, ist sicherlich kein Erholungsurlaub, bei dem es Ungerecht ist, dass nur Frauen ihn bekommen. Dies ist tatsächlich ziemlich herablassend. Häufig ist es das heterosexuell-maskuline Selbstbild, das den Mann selbst daran hindert, sich mit “Frauenarbeit” zu befassen.
“Die Diskriminierung beginnt in der Annahme, dass es eine gottgegebene Aufgabe der Frau wäre, Hausfrau zu spielen, und Männer das Brot heranschaffen müssten.” Ja, das wäre bzw. war Diskriminierung. Aber so ist es doch heute, zumindest für die ganz überwiegende Mehrheit der deutschen Frauen, definitiv nicht mehr. Die Hausfrauenrolle ist nur noch eine (warum auch immer) relativ schlecht angesehene Option unter mehreren. Frauen können alternativ allein auf Beruf und Karriere setzen. Drittens versuchen viele Frauen, Beruf und Familie zu vereinbaren.
Wie sieht es nun faktisch bei den Männer aus? Die Hausmännerrolle kommt zwar vor, aber viel zu selten, als dass Mann danach seine Lebensplanung ausrichten sollte. Allein Beruf und Karriere, sei es mit Zahlungen für eigene Kinder, für die man kaum Zeit hat, oder ohne, ist natürlich möglich, daneben auch noch der Versuch, Beruf und Familie mit echtem Zeiteinsatz für beides zu verbinden. Doch gerade ein Mann, der letzteres versucht, wird mit noch viel größerer Wahrscheinlichkeit als eine Frau nicht im Vorstand landen.
Es gibt also durchaus Probleme, aber schon die Problembeschreibung als Frauendiskriminierung erscheint mir nicht korrekt und Frauenquoten für Vorstandsposten sind ganz sicher keine Lösung.
Dass die Frauenquote an sich fraglich ist, bleibt unbestritten. Dass aber mehr Frauen an hohe Positionen kommen könnnen, ist eine Notwendigkeit. Also bleibt uns nichts anderes, als die Ursachen für das Ungleichgewicht zu finden, wobei die unterschiedlichen Geschlechterrollen bislang nicht ausgeschlossen werden konnten.
Die Geschlechterrollen haben nur selten etwas mit der tatsächlichen Situation der Personen zu tun, sondern sind Ideale und vorgefasse Annahmen über Männer und Frauen. Es folgt eine unterschiedliche Behandlung und Beurteilung beider, was Diskriminierung ist (aber natürlich auch eine der ältesten, menschlichen Kategorisierungsschemata).
Warum gehen Sie davon aus, dass nur Frauen zwischen Heim und Karriere wählen können? Weil Männer dann sowiso keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt hätten? Es geht in der ganzen Diskussion darum, die Sichtweise der Menschen auf das Arbeits- und Familienverhalten zu verändern. Wenn es um die Vereinbarkeit von Famile und Beruf geht, denken die meisten automatisch an Frauen. Warum werden nicht mehr Männer vor die Wahl gestellt sich zwischen beiden entscheiden zu müssen? Und es handelt sich hier um eine äußerst weitreichende Entscheidung, die nicht unbedingt freiwillig sein muss.
Anzunehmen, dass Frauen die Familienarbeit oder die alleinige Entscheidung für die Familiengründung zu leisten haben, ist der Kern der Geschlechterdiskriminierung. Ich sage nicht, dass wir sie von heute auf morgen mit einem Gesetzt für die DAX-Vorstände lösen können, aber wir können uns auch nicht auf dem Status-Quo ausruhen.
In gewissen Kreisen ist die Frauenquote leider gar nicht mehr fraglich, sondern ihr Hinterfragen tabu. Dagegen frage ich Sie, ob nicht schon jetzt mehr Frauen an hohe Positionen kommen könnten, wenn sie nur wollten. Wenn eine ungleiche Verteilung auf freien Entscheidungen beruht, handelt es sich nicht um ein mit Zwangsmaßnahmen zu korrigierendes Übel. Selbst wenn es Geschlechterrollen gibt und diese Verhalten prägen, ist zu fragen, wer hier eigentlich wen diskriminiert. Zwangsquoten für Unternehmen suggerieren, dass die Unternehmen diskriminieren würden, woran diese überhaupt kein Interesse haben. Unternehmen wollen nach Leistung differenzieren, nicht ein Geschlecht von sich aus bevorzugen oder das andere zwangsweise bevorzugen müssen.
Einzelne Männer können eine passende Partnerin finden, die sie in der Rolle als Hausmann unterstützt. Die Regel ist das nicht, was sicher nicht an den Unternehmen liegt, sondern an den freien Entscheidungen von Millionen Männern und Frauen oder meinetwegen auch gesellschaftlichen Konventionen. Vielleicht (aber sicher ist das nicht und bedarf einer gesonderten Diskussion) sollten diese Konventionen aufgebrochen werden, doch Frauenquoten sind dazu offensichtlich kein geeignetes Mittel, da sie Hausarbeit und Kindererziehung nicht auf-, sondern abwerten. Erziehungsgeld auch für Männer ist da schon eine bessere Idee. Momentan haben jedenfalls die meisten Frauen die Wahl zwischen Beruf und Familie oder auch einer Kombination daraus. Die meisten Männer haben diese Wahlmöglichkeit faktisch nicht, sondern sind auf den Beruf festgelegt, ob nun mit Partnerin und Kindern oder ohne.
Sicherlich basiert die Berufsentscheidung und der Karriereweg auf individuellen Wünschen und Motivationen. Aber ich bin kein Anhänger des unbeschränkten Voluntarismus. Wir sind immer Kinder unserer Zeit und können uns den gesellschaftlichen Konventionen nicht entziehen. Dadurch wird auch die Frage, ob es überhaupt einen freien Willen geben kann, in Zweifel gezogen. Aber das würde jetzt zu weit führen.
Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass es Ungerechtigkeiten gibt (,um das Wort “Ungleichheiten” zu umgehen, da es auch nicht meine Absicht ist, den Geschlechterunterschied auszublenden). Allein die Tatsache, dass wir sie erkennen, zwingt uns dazu, darüber nachzudenken und auch zu handeln. Wieder ein schönes Beispiel, dass Geschlecht politisch ist. Doch welche Politik ist die Richtige? Darüber muss in Zukunft noch weiter diskutiert werden.
Natürlich kann man sich als Einzelner gesellschaftlichen Konventionen entziehen, doch man zahlt dafür in der Regel einen Preis (etwa Einsamkeit, was für die Familiengründung auch nicht optimal ist). Wenn sich dagegen ganz viele oder sogar alle einer Konvention verweigern, hört diese zu existieren auf (oder wird nur noch geäußert, aber nicht mehr gelebt).
“Willensfreiheit” war hier schon einmal Thema.
Mir scheint es umgekehrt zu sein, dass es offenkundig Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern gibt, doch deren Beschreibung als Ungerechtigkeiten äußerst fraglich ist. Natürliche Ungleichheiten bestehen einfach. Was soll daran ungerecht sein? Dasselbe gilt für Ungleichheiten, die aus der freien Entscheidung der Betroffenen resultieren. Problematisch ist nur willkürliche Diskriminierung, bei der jemand Drittes aktiv ansonsten Gleiches (z. B. hinsichtlich der Leistung) nur wegen des Geschlechts verschieden behandelt. Eine Frauenquote führt offensichtlich dazu, so dass sie nicht Gerechtigkeit, sondern Ungerechtigkeit schafft bzw. ungerecht ist.
Ich wollte sicherlich nicht sagen, dass Ungleichheit und Ungerechtigkeit das Selbe sind. Aber aus der wahrgenommenen Differenz werden Schlüsse über die Fähigkeiten eines Menschen gezogen, die zu einer Ungleichbehandlung führen, die keinerlei faktische Basis besitzen. Und darin liegt die Ungerechtigkeit. Es stellt sich auch gar nicht notwendigerweise die Frage nach einem/einer Schuldigen, denn eine solche Tendenz lässt sich nur durch diskursive Entwicklungen erklären.
Daher ist es auch nicht ohne Weiteres möglich, sich einer gesellschaftlichen Konvention zu entziehen. Man kann auf der Ebene des Handelns etwas verändern (wie beispielsweise die Verstärkte Sichtbarmachung von Frauen in Führungspositionen), aber nicht ohne Probleme auf der gedanklichen Ebene.
Besonders erhellend finde ich an dieser Stelle den Klassiker “Der Wille zum Wissen, Teil 1″ von Foucault.
Zurück zum Thema – Wir befinden uns in einem Dilemma: Soll Ungerechtigkeit mit Ungerechtigkeit bekämpft werden (Ich stimme überein, dass die Frauenquote ungerecht ist, denn sie stellt das Geschlecht über die Leistung)? Kann ein Umdenken aber überhaupt stattfinden, wenn sich die Politik nicht einmischt? Und ich muss mich daher FÜR die Quote aussprechen, denn ich sehe keine andere Option, den Status Quo zu verändern.
“Soll Ungerechtigkeit mit Ungerechtigkeit bekämpft werden”? Das ist eine sehr philosophische Frage. Meine Antwort darauf ist grundsätzlich nein.
Es ist möglich, dass ein politischer Eingriff nötig ist, um eine problematische Konvention bzw. ein ineffizientes Gleichgewicht aufzubrechen. Doch Ihr Schluss pro Frauenquote überzeugt mich überhaupt nicht. Es gibt auch hier viele Alternativen, z. B. das Elterngeld speziell für Männer, bessere Kinderbetreuung, Steuervorteile für Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen, Stipendien für Studentinnen in ‘harten’ Studienfächern, Abschaffung des Ehegattensplittings etc.
Die Alternativen, die Sie aufzählen sind für mich keine Alternativen für eine Frauenquote sondern würden diese unterstützen. Ich bin in der Frage wohl etwas radikaler (was aber nur mein ganz persönliche Meinung ist). Auch hätte ich nichts dagegen wenn eine Männerquote eingeführt werden würde, die nicht überschritten werden darf.
Eine Männerquote, “die nicht überschritten werden darf”, ist doch nichts anderes als eine Frauenquote (die nicht unterschritten werden darf). Interessanter unter dem Gedanken der Gleichberechtigung (nicht der Freiheit) wäre da schon eine Männerquote, die ebenfalls nicht unterschritten werden darf, z. B. mindestens 40 % Frauen und 40 % Männer in jedem Beruf, also nicht nur mehr Frauen in Vorständen, sondern auch mehr Frauen in der Bundeswehr und Kfz-Wertstätten sowie mehr Männer in Kindergärten und Friseursalons.
Es sollte doch zu überdenken möglich sein, die Frauenquote auf instrumenteller Eben zu kritisieren. Will meinen: Kann eine solche Qoute als molares Vehikel die melokulare Ebene des einzelnen Menschen überhaupt adäquat abhandeln.
Abhandeln bleibt dabei wissentlich unspezifisch, da noch zu klären wäre, welches Verhältnis genau besteht.
Die Betitelung “Instrument” sei dabei aus der Sicht des Politischen heraus gewählt, schließlich meint man hier einem Übel Abhilfe schaffen zu müssen.
Die Gender-Frage könnte so zumindest an dieser Stelle im Dienste der instrumentellen Vernunft fürs Erste hinten angestellt werden, denn, so scheint es mir, besteht nun zumindest Konsens (oder der Unwillen weiter zu reden) über die Genderproblematik. Die politischen Instrumente treten nun ja sogar ganz konkret (Elterngeld speziell für Männer, bessere Kinderbetreuung, Steuervorteile für Unternehmen mit Frauen in Führungspositionen, Stipendien für Studentinnen in ‘harten’ Studienfächern, Abschaffung des Ehegattensplittings etc.) zu Tage.
Meine Argumentation gegen die Frauenquote ist mehrstufig. Ich zweifle bereits an den Zielen, die damit erreicht werden sollen, außerdem an ihrer normativen Richtigkeit und Zulässigkeit sowie schließlich auch an ihrer instrumentellen Eignung, ob die vorgegebenen Ziele damit überhaupt und bestmöglich erreicht werden können.
Wenn ich aber zusammenfassen darf, so sind wir uns doch darin einig, dass eine strukturelle Diskriminierung zum Nachteil von Frauen in unserer Gesellschaft vorherrscht. Wie damit aber umzugehen sei, ist der Punkt, an dem sich die Geister scheiden, oder?
Wie kommen Sie zu der Auffassung, “dass eine strukturelle Diskriminierung zum Nachteil von Frauen in unserer Gesellschaft vorherrscht” oder gar auch ich dieser Ansicht sei?
Gevestor-Microblog diskutiert hier mustergültig auf dem Niveau des gehobenen deutschen Feminismus. Von der imaginierten Benachteiligung der Frau bis zum Konzept, daß Geschlecht sozial erworben wird, ist alles dabei.
Glücklicherweise ist im Rest der ersten Welt der Feminismus schon ein paar Schritte weiter.
Es fällt auf, daß die Forderungen nach einer Frauenquote sich nie auf die Todesberufe beziehen. Dabei sind weit über 90% aller Gerüstbauer und Bergleute männlich.
Seit Jahren wird in Deutschland versucht, eine gesetzliche Frauenquote durchzusetzen. Lange wurde mit den höheren Gewinnen, die so etwas dem Unternehmen bringen würdem gewunken. Das lässt sich aber bisher nicht belegen. Siehe: hp://manndat.de/feministische-mythen/berufsleben/hoehere-gewinne-dank-der-frauenquote.html
Ansonsten gibt es noch einige andere Erklärungen, außer der der “gläsernen Decke”, warum Frauen in Vorständen unterrepräsentiert sind. Nur mögen diese Erklärungen die wenigsten deutschen Feministin_innen hören wollen.
Natürlich bringt eine Frauenquote keine höheren Gewinne, wie Theorie und Empirie zeigen. Ansonsten bräuchte man die Quote natürlich auch nicht, die vielmehr umgekehrt Gewinne senkt (je nach Ausgestaltung allerdings so wenig, dass der Effekt nicht immer signifikant ist).
Lieber Kurt,
ich habe mich schon lange nicht mehr durch einen Kommentar so angegriffen gefühlt, wie diesen. Eine Falschaussage folgt der nächsten.
Zunächst einmal: “gehobener, deutscher Feminismus”?! Nein, wirklich?! Was ist denn dann niederer, deutscher Feminismus? Oder nicht-deutscher Feminismus? Microblog hat an keiner Stelle “deutschen Feminismus” (was auch immer das sein mag) verwendet, sondern aktuell mit den Erkenntnissen der Geschlechterwissenschaft und Heteronormativitätsforschung argumentiert. Ich verfolge diese Diskussion nun schon eine Weile und ich bin doch entsetzt darüber wie wenig Fachwissen zur Geschlechterpolitik vorherrscht. Es scheint mir, dass wenn es um Geschlecht und Sexualität geht jeder etwas zu kamellen hat, auch ohne das nötige Hintegrundwissen zu besitzen.
Darüber hinaus geht es nicht um “höhere Gewinne”! Es geht darum als Mensch nicht benachteiligt zu werden. Das Ausblenden der Benachteiligung von Frauen, Homosexuellen und ethnischen MInderheiten ist nichts anderes als ein MIttel der Legitimation heterosexuell-männlicher Machtansprüche. Die Aussage, dass es eine “imaginäre Benachteiligung” gäbe, ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die für Gleichberechtigung kämpfen. Über eine solch sexistische Äußerung solltest Du Dich schämen, Kurt!
“Geschlechterwissenschaft und Heteronormativitätsforschung” finde ich interessant. Vielleicht können Sie das etwas näher erläutern, insbesondere auch das Verhältnis zu anderen Fachdisziplinen. Inhaltlich würde mich interessieren, welche eindeutigen Benachteiligungen von Frauen noch existieren. Gibt es nicht inzwischen Studien, die z. B. eine Benachteiligung von Jungen in der Schule aufzeigen?
Liebe Unleserl_Ich
Warum fühlst du dich durch meinen Kommentar angegriffen? Du könntest mich ja hier “auf dem Platz” nach Punkten erledigen, indem du meine Falschaussagen widerlegst
Zunächst einmal: “gehobener deutscher Feminismus” ist genau diese Art von Gerede, dessen auch du dich befleissigst. “Erkenntnisse der Geschlechterwissenschaft und Heteronormativitätsforschung” Toll! Du hast vergessen zu erwähnen, das es jeweils um die deutsche Geschlechterwissenschaft und die deutsche Heterowasauchimmer geht. (Gibt es auch eine Homonormativitätsforschung?) Der Gegensatz zum gehobenen deutschen Feminismus ist nicht der niedere, sondern der Vulgärfeminismus. Dieser begegnet uns täglich. Zum Beispiel im Märchen “Häußliche Gewalt ist immer männlich” (falsch: internationale Statistiken gehen von 50/50 aus) oder in der Legende “Frauen verdienen 23% weniger als wie die Männer verdienen tun” (falsch: selbst das Bundesamt für Statistik sieht nur 8% Unterschied und erklärt diese mit hauptsächlich strukturellen Unterschieden).
Der nicht-deutsche Feminismus ist einen Schritt weiter, weil er schon lange nicht mehr das Dogma von der Frau als Opfer fortschreibt, wie es der deutsche Feminismus nicht müde wird zu tun. Die ganzen objektiven Untersuchungen zu häuslicher Gewalt kommen aus Ländern, deren Feminismus sich weiterentwickelt hat. In Schweden gibt es Programme, damit Männer ein Babyjahr nehmen, um ihren Frauen zu ermöglichen, im Berufsleben zu bleiben. In den USA ist PAS (parental-alienation-syndrom) ein Grund, das Kind dem anderen Elternteil zuzusprechen, weil der verursachende Elternteil dadurch seine Erziehungsunfähigkeit gezeigt hat. usw. usf.
Ich habe nicht das geringste gegen Gleichberechtigung. Aber das heißt eben nicht nur gleiche Rechte, sondern auch gleiche Pflichten. Und das wollt ihr deutschen Feministen nun mal nicht hören. Niemand hindert Frauen daran, ein Maschinenbaustudium zu absolvieren, danach in der Konstruktionsabteilung eines Mittelständler anzufangen und sich dann für höhere Aufgaben zu empfehlen. Niemand hindert Frauen daran, wie Männer eine 60-Stunden-Woche zu haben, kaum die Familie zu sehen, immer für den Arbeitgeber verfügbar zu sein und viel Geld zu verdienen, das ihr Lebenspartner ausgibt.
Was machen Frauen aber? Sie studieren Germanistik, Philosophie, Kunstgeschichte und Genderstudies !!! Und wenn es im Rennen um die raren Führungsposten zu stressig wird, nehmen sie den Notausgang “Kinder”.
Wenn es mit der Frauenquote darum ginge, daß Frauen als Mensch nicht benachteiligt werden sollen, dann zeigt das nur die Männerverachtung. Fragt jemand mal bei einen Mann nach, wie er sich fühlt, wenn er sich die Karierreleiter hochquält, ob er das eigentlich möchte? Vielleicht will er ja eigentlich lieber mit seiner Tochter zu deren Ballettstunde fahren, anstatt mit Mitbewerbern in Nachmittagsmeetings um die Gunst der Chefs zu buhlen? Vielleicht will er lieber mit seinem Sohn Fußball spielen und bei den Hausaufgaben helfen?
Warum macht er das nicht? Weil er vom deutschen Feminismus eingeredet bekommen hat, daß er für das finanzielle Familieneinkommen zu sorgen hat. Damit wird er selber Opfer des deutschen Feminismus. Und dieser perpetuiert damit genau die Zustände, die er zu bekämpfen vorgibt.
Das ist schon geschickt gemacht. Von euch, den deutschen Feministen.
Es ist hier nicht der Ort, um auch noch darauf einzugehen, wie fragwürdig die Summierung von Frauen, Homosexuellen und ethnischen Minderheiten (die Behinderten fehlen hier seltsamerweise) als d i e Opfer heterosexuell-männlicher (weißer, deutscher?) Machtansprüche ist.
Und nein, liebe Unleserl_Ich. Ich schäme mich nicht für mein Infragestellen deiner Machtansprüche. Denn die Kaiser_In ist nackt.